„Wenn etwas Neues beginnt, endet häufig etwas Altes“

Die Christliche Sekundarschule Gnadau begrüßte in einem feierlichen Gottesdienst am 15. August 2019 ihre neuen Fünftklässler*innen und verabschiedete zugleich die frühere Schulleiterin Ruth Pakendorf voll des Dankes in den Ruhestand.

„Häufig ist es so: Wenn etwas Neues beginnt, dann endet auch etwas Altes.“ Bis Schulleiterin Ute Wysocka mit leicht belegter Stimme und in nachdenklicher Manier diesen Satz vom Redepult aus ins Mikrofon sprach, war es ein normaler, wenn auch sehr feierlicher, Schuleröffnungsgottesdienst in Barby gewesen. 

In der evangelischen Kirche St. Johannis, die bis auf den letzten Platz besetzt war, hatten sich bis 18 Uhr sämtliche Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer der Christlichen Sekundarschule Gnadau sowie zahlreiche Eltern eingefunden. Anwesend waren auch der ehemalige Bürgermeister der Einheitsgemeinde Barby, Jens Strube, der Stadtratsvorsitzende Klaus Strobel sowie Geschäftsführerin Ulrike Gardlo von der Johannes-Schulstiftung.
Nur die ersten Bankreihen blieben vorerst leer. Sie waren denen vorbehalten, die bei diesem Gottesdienst im Mittelpunkt stehen sollten: Den neuen Fünftklässler*innen aus Großmühlingen und Barby – die pünktlich kurz nach sechs mit Pfarrer Björn Teichert, Gemeindepädagoge Tobias Müller und den beiden Klassenlehrerinnen in die Kirche einzogen und ihren Platz innerhalb der Schulgemeinschaft einnahmen. Nach der Begrüßung von Pfarrer Teichert ergriff Tobias Müller das Wort und versicherte die Neuankömmlinge anhand der Geschichte von Esau und Jakob des ständigen Rückhalts Gottes. Dem vor seinem Zwillingsbruder Esau flüchtenden Jakob tut sich mit einer Himmelsleiter in der Wüste die direkte Verbindung zu Gott auf – und dieses Angebot richte sich gleichermaßen auch an alle Angehörigen der Schulgemeinde, so Müller.  

Und dann sprach Ute Wysocka jenen Satz, mit dem aus einer Feier des Anfangs zugleich auch die Würdigung eines Abschieds wurde: Mit Ruth Pakendorf geht die erste Leiterin der Christlichen Sekundarschule Gnadau und zugleich eine ihrer Mitgründerinnen in den Ruhestand – oder, wie Nachfolgerin Wysocka es in einem eigens erdachten Märchen beschrieb: Eine Königin, die nie Königin sein wollte, verlässt ihr (Schul-)Volk in wohlgeordneten Zuständen und in Besitz zweier "Schlösser", um sich mit ihrem durch die Erfüllung von sieben Aufgaben wohlverdienten Rentenbescheid (vormals ein Frosch) in ihren blühenden Garten zurückzuziehen. Die Christliche Sekundarschule Gnadau verdankt Frau Pakendorfs Einsatz ihre Existenz, was auch Frau Gardlo im Namen der Johannes-Schulstiftung in ihrer Ansprache noch einmal ausdrücklich betonte und würdigte.
Die erste Jahrgangsstufe, die nun ohne sie auskommen muss, war auch die erste, die sie verabschiedete: Alle Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen drückten der glücklichen Ruheständlerin jeweils eine Sonnenblume in die Hand. 

Mit der Vorstellung und Segnung aller neuen Schulmitglieder und dem feierlichen Auszug der Sextanerinnen und Sextaner fand der Gottesdienst wiederum ein klassisch-stimmungsvolles Ende.