Licht im Dunkeln

Schwarzlichttheater ist "Pflichtfach" für alle Fünft- und Sechstklässler:innen der Christlichen Sekundarschule Gnadau. Diese spezielle Form des Theaterspiels, bei der in einem verdunkelten Raum bzw. auf einer Bühne mit schwarzem Hintergrund performt wird und Schwarzlichtlampen mit UV-Licht zum Einsatz kommen, wird in Barby durch das Engagement von Helga Helge aus dem Schulbüro ermöglicht.

Frau Helge hat die Idee des Schwarzlichttheaters an die Schule gebracht - und ist seitdem auch für die Umsetzung zuständig. Immer jeweils eine Woche lang arbeitet sie mit einer der fünften oder sechsten Klassen zusammen und probt ein Stück ein, das dann zur Aufführung gebracht wird.

Hier gibt sie in einem Interview Einblick in die Abläufe und in die Besonderheiten des Schwarzlichttheaters. 
 

Wie sieht so eine Woche aus, in der Schwarzlichttheater ist?

Die Proben sind immer von Montag bis Mittwoch. Donnerstag ist dann der Premierentag. Morgens findet eine öffentliche Generalprobe statt, die eigentlich schon die erste Premiere ist. Dazu werden die 5. bis 7. Klassen sowie die Grundschule und der Kindergarten aus Barby eingeladen. In Nicht-Corona-Zeiten hatten wir schon bis zu 250 Zuschauer hier. Um 17 Uhr folgt dann immer die zweite Premiere für die Eltern und Gäste (Oma, Opa, Geschwister usw.).


Wie lautet der Titel des aktuellen Stücks und wovon handelt es? 

Das Stück heißt: „Ich bin doch nicht anders“! Ein Frosch wird von einem Hahn ausgelacht, weil er nicht wie seine Geschwister aussieht. Der Hahn wird von einer übergroßen, böswilligen Figur auch noch aufgehetzt den Frosch zu beleidigen und zu ärgern. Dann gerät der Hahn in eine große Bedrängnis – er bleibt mit seinem Federkleid in einem Baum hängen und nur der Frosch kann ihm helfen. Der Hahn merkt, dass er ungerecht und gemein gehandelt hat und entschuldigt sich beim Frosch. Zwischendurch habe ich auch lustige Figuren eingebaut, die z.B. tanzen oder auch einem Zauberer…!

Ich habe vier Geschichten und je nach Klasse variiere ich diese. Eine neue Geschichte habe ich gerade in Arbeit. Alle Stücke dauern ca. 40-45 Minuten.


Und wer ist für Requisiten und Kostüme zuständig?

Die - und auch die Bühne! - habe ich mir ausgedacht und selber gebastelt, genäht, gebaut oder gemalt. Bei bestimmten Projekten hilft mir ab und zu unser Hausmeister, z.B. mit einem Holzschnitt oder anderen Wünschen.


Was gefällt den Schülerinnen und Schülern am besten am Schwarzlichttheater? Und dem Publikum?

Beim Schwarzlichttheater sieht der Zuschauer die Schauspieler nicht, denn sie sind schwarz gekleidet, tragen z.B. eine Kapuze oder Kostüme, die das Gesicht verdecken, aber der Spieler sieht die Zuschauer. Auch der ängstlichste Schüler traut sich auf die Bühne. Es gibt keine Hauptrollen – alle stehen sich gleich – auch wenn man den völlig in Schwarz gekleideten Schüler gar nicht sieht. Das Stück ist mit sehr viel Musik unterlegt und spricht den Zuschauer an – z.B. klatschen oder tanzen die Zuschauer bisweilen sogar auf ihrem Platz mit oder die emotionale oder auch traurige Musik macht sie nachdenklich. Die Spieler dürfen auch ihrer Fantasie freien Lauf lassen und manche Schüler, die sonst z.B. im Unterricht sehr ruhig sind oder in anderen Fächern Schwierigkeiten haben, erlebt man mal von einer ganz anderen Seite.


Einige Videoaufnahmen vom Schwarzlichttheater in Barby sehen Sie hier.