Digitale Entdeckungsreise in Aschersleben

Eine Lehrerin berichtet von turbulenten aber auch lehrreichen und spannenden Homeschooling-Wochen an der Evangelischen Grundschule Aschersleben "Philipp Melanchthon". Und von der wachsenden Sehnsucht nach direkter Begegnung.

Als wir am Freitagmittag des 13.03.2020 unsere Schulkinder in das verdiente Wochenende verabschiedeten, hatten wir die leise Ahnung, dass die neue Schulwoche einige Überraschungen für uns bereithalten würde. Niemand von uns hatte jedoch eine Vorstellung davon, welche Herausforderungen Schüler*innen, Lehrende und Eltern in der nächsten Zeit meistern würden.

Uns als Kollegium war recht schnell bewusst, dass diese Situation nicht in den nächsten zwei Wochen vorbei sein würde. Also mussten praktikable und kreative Lösungen für einen neuen Schulalltag her.

Unsere vierte Klasse war von Anfang an über einen Chat verbunden und konnte so miteinander telefonieren und Nachrichten austauschen. Vor allem war eine schnelle und direkte Rückmeldung zu den einzelnen Arbeiten der Kinder möglich. Arbeitsblätter wurden als Bilder verschickt und direkt durch die Lehrperson kontrolliert. Diesen Austausch empfand ich als Lehrerin als sehr wertvoll.

Fortan recherchierten wir im täglich wachsenden Angebot der Lernplattformen, suchten nach virtuellen Arbeitsmöglichkeiten, Arbeitsblättern zum Download und vielen weiteren digitalen Angeboten.
Die Digitalisierung hatte uns mit rasenden Schritten eingeholt und forderte uns heraus.

Aus der Vielzahl von Angeboten haben wir uns für die Arbeit mit Snappet entschieden und allen Kindern unserer Schule einen Zugang eingerichtet. Neben den analogen Lernangeboten konnten wir damit eine Plattform anbieten, auf der eine Vielzahl von Aufgaben vorgehalten wird, mit denen das Wissen der Kinder prima geübt und gefestigt wird. Ein Belohnungssystem mit Sternen hält die Motivation hoch und spornt zum Weitermachen an. Aus der Ferne verfolgte ich als Lehrerin immer, wer bei Snappet gearbeitet hat. So konnte ich den Lernfortschritt in übersichtlichen Kurven verfolgen und mit der gezielten Zuweisung von Aufgaben für jeden einzelnen Schüler geeignetes Lernmaterial bereitstellen.

Insgesamt war und ist es für alle Beteiligten eine lernintensive und spannende Entdeckungsreise in den Kosmos der Digitalisierung, der wir uns in meinen Augen sehr erfolgreich gestellt haben. Trotzdem bleibt am Ende die Sehnsucht nach Gesprächen und direktem Austausch im analogen Unterricht. Ein Bildschirm kann Menschen und das soziale Miteinander nicht ersetzen.